*Wissenschaftliches Programm*   *Liste der Vortragenden*

Sektion 17
Montag, 18.09.2000, 15.00–15.50 Uhr, WIL B 321

Die wechselnde Rolle von Illustration und Visualisierung in der Mathematik

Peter Schreiber, Universität Greifswald, Inst. für Mathematik und Informatik

Bilder (von der photorealistischen Darstellung bis zum abstrakten Diagramm) haben in vielen Wissenschaften und so auch in der Mathematik eine doppelte Funktion: A) als Werkzeug innerhalb der Wissenschaft, B) als „nach außen“ gerichtetes Endprodukt. In der Mathematik ist A) mit der Frage verbunden, welche Erkenntnis- bzw. Beweiskraft Bildern zuerkannt wird, B) mit dem Anteil, den das zuzeiten mangelhafte optische Erscheinungsbild der Mathematik an der verbreiteten Hemmschwelle gegenüber der Mathematik hat. Für die Mathematik kommt aber als dritter Aspekt hinzu, dass sie Abbildungs t e c h n i k e n für andere Wissenschaften bereit stellt bzw. die in diesen anderen Bereichen intuitiv entwickelten Techniken (von der Zentralperspektive über das Grund-Aufrissverfahren und die kartographische Abbildung bis zum Stammbaum und statistischen Diagramm) präzisiert und untersucht. Ein Streifzug durch vier Jahrtausende Mathematik zeigt positive und negative Beispiele mathematischer Illustration und Meinungsäußerungen namhafter Mathematiker und Nichtmathematiker zu den genannten Problemen.