*Wissenschaftliches Programm*   *Liste der Vortragenden*

Sektion 17
Donnerstag, 21.09.2000, 14.00–14.45 Uhr, WIL B 321

Geometrie in Dürers Kunst

Eberhard Schröder, Hirschberg

Sechs sich aus einer mathematisch-geometrischen Analyse von Dürers Gesamtwerk ergebende Fragen werden diskutiert und Antworten zu geben versucht:

Beherrschte und verwendete Albrecht Dürer eine im projektiven Sinne richtige Tiefenstaffelung von Breitenlinien z. B. bei Darstellung eines quadratisch getäfelten Fußbodens?
Beherrschte Albrecht Dürer das Teilungsprinzip des Goldenen Schnittes in Theorie und Praxis?
Konnte Dürer mit den Distanzpunkten nach Art von Leon Battista Alberti (1404 – 1472) richtig umgehen?
Wie weit verstand Dürer die Ellipse als Kegelschnitt und andererseits als affines und zentralperspektives Bild des Kreises?
Welche Umsetzung erfuhr das bei Piero della Francesco (1420 – 1492) nachweisbare Diagonalverfahren (perspektive Kollineation) durch Albrecht Dürer? In welchen Bildern (Stichen) könnte er sein geschickt abgewandeltes Diagonalverfahren angewandt haben?
Was spricht aus der Konzeption von Dürers „Melancholie“ dafür, dass der Meister mit diesem Werk sein geistiges Ringen um die Gesetzmäßigkeiten der Zentralperspektive für die Nachwelt dokumentieren wollte?