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Sektion 19
Dienstag, 19.09.2000, 17.00–17.30 Uhr, Ma-HS

Standortplanung: Ein vereinheitlichter Ansatz zur Standorttheorie

Stefan Nickel, ITWM Kaiserslautern

ie Suche nach „guten“ Standorten gewinnt jedoch auch mehr und mehr an Bedeutung für Entscheidungen moderner Unternehmen. Eine optimierte Standortwahl ist grundlegend für eine effiziente Realisierung moderner technischer Arbeits- und Planungsvorgänge. Man findet Beispiele in fast allen Bereichen der Planung, bei der die gegebenen Räumlichkeiten eine Rolle spielen (z.B. Plazierungen von Mikrochips auf Platinen in der Mikroelektronik, Suche nach Standorten für Vertriebszentren und Plazierung von Notfalleinrichtungen).

In diesem Minisymposium über Standortplanung werden neue mathematische Methoden und Modelle zur Behandlung der oben angesprochenen Themenfelder diskutiert. Zuerst wird das Median Cycle Problem diskutiert. Es geht darum einen Kreis in einem Graphen zu bestimmen, bei dem die Routing-Kosten des Kreises, sowie die Kosten der Zuordnung von Knoten zu diesem Kreis berücksichtigt werden. Die polyedrische Struktur des zugehörigen ganzzahligen linearen Programms wird untersucht und ein branch-and-cut Algorithmus wird entwickelt.

Strategische Entscheidungen, die sich auf die Plazierung von Anlagen wie Vertriebszentren, Lager und Händler beziehen, sind von großer Bedeutung für die Rentabilität von Supply Chains. Sorgfältig durchgeführte Standortplanungen erlauben einen effizienteren Materialfluß und führen zu verringerten Kosten und besserem Kundenservice. Aus dieser Erkenntnis heraus beschäftigen sich große Softwarehäuser nun auch mit dem Thema der Standortplanung. Ein Industrievertreter wird im zweiten Teil des Minisymposiums darüber referieren.

Im letzten Teil des Minisymposiums geht es um neue Möglichkeiten die Standorttheorie zu vereinheitlichen. Zu diesem Zweck wird eine punktweise definierte Zielfunktion eingeführt, die als Spezialfälle alle klassischen Standortprobleme (Median, Center, Cent-Dian) beinhaltet.

(Gemeinsamer Vortrag mitMartine Labbé(ULB, Brüssel) und Martin Kühn(SAP, Walldorf).