Programmier- und Bedienungshandbuch – Harmonien als Auslöser für Umstimmungen

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7.3.  Harmonien als Auslöser für Umstimmungen

Innerhalb der eckigen Klammern einer Stimmungslogik können Sie nun beliebig viele Anweisungen der Gestalt

Auslöser -> Aktion

angeben.

In den meisten Fällen wird die Aktion eine Umstimmung sein, die das aktuelle Tonsystem verändert. Die Auslöser regeln nun eindeutig, unter welchen Bedingungen die Umstimmungen durchgeführt werden sollen.

Am einfachsten können Sie innerhalb einer Stimmungslogik Umstimmungen per Tastendruck erzeugen. Wenn Sie z.B. den Unterschied zwischen einer Naturseptime (7:4) und der Septime als Schichtung zweier Quarten (16:9) unmittelbar vergleichen möchten, so ist es sinnvoll, diese Umstimmungen mit einer Taste als Auslöser zu versehen, also z.B.2 :
LOGIK  
      Reines_C_Dur Taste R = C_Dur [  
                                    Taste N -> Natursept  
                                    Taste S -> Normalsept  
      ]  
UMSTIMMUNG  
      Natursept  = [ @,@,@,@,@,@,@,@,@,@,@-Septkomma,@ ]  
      Normalsept = [ @,@,@,@,@,@,@,@,@,@,@+Septkomma,@ ]  
INTERVALL  
      Septkomma = 64:63

Das Tonsystem C_Dur ist bereits des öfteren weiter oben benutzt worden (Siehe Seite 77). Versuchen Sie diese Stimmungslogik einmal, schlagen Sie einen vollen C7-Akkord (c’,e’,g’,b’) an und wechseln Sie per Tastendruck (N bzw. S) zwischen den beiden Septimen – ein sehr interessanter Vergleich!

Dieses einfache Prinzip zum Auslösen von Umstimmungen bietet zwar bereits eine Reihe an Möglichkeiten, ist aber dennoch recht unflexibel. Das Hinzukommen eines jeden neuen Bedienungselementes ist für den Spieler ungewohnt und fremd. Wer möchte schon gerne während des Spiels ständig einen Knopf am Computer drücken, um die rechte Intonation zu bekommen.

Deshalb besitzt MUTABOR die Fähigkeit zu einer einfachen programmierbaren harmonischen Analyse des gespielten Musikstücks. Sie können Umstimmungen jetzt von gespielten Harmonien abhängig machen. Der Spieler braucht sich an keine neuen Knöpfe zu gewöhnen – die Umstimmung passiert automatisch.

Wo liegen nun die praktischen Anwendungen einer solchen harmoniegekoppelten Umstimmungsautomatik? Nehmen wir an, Sie wollen Stücke in tonaler Dur-Moll-Harmonik spielen, aber mit rein gestimmten Terzen und Quinten. Zu diesem Zweck können Sie eine sehr einfache Stimmungslogik programmieren, die Terzen, Quinten und Dreiklänge als solche erkennt und die passende Umstimmung durchführt, so dass diese Intervalle rein intoniert werden können3 .

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Mittwoch, 29. März 2006, 13.51 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit