Programmier- und Bedienungshandbuch – Verändern der Verankerungstaste

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6.2.2.  Verändern der Verankerungstaste

Die allgemeine Form einer Veränderung der Verankerungstaste lautet

UMSTIMMUNG  
    Name = NeuerWert [ ]

Wenn Sie die Verankerungstaste neu setzen wollen, z.B. auf die Taste 57, so lautet die Umstimmung hierzu:

UMSTIMMUNG  
    Anker_Neu = 57 [ ]

Wenn nun in einer Logik die Umstimmung Anker_Neu aufgerufen wird, so wird die Verankerungstaste auf 57 gesetzt, alle anderen Tonsystemparameter behalten ihren alten Wert. Obwohl scheinbar nur ein Parameter verändert wird, handelt es sich hierbei um den komplexesten Umstimmungstyp. Eine Veränderung des Ankers impliziert nämlich eine Veränderung fast aller Töne der FT, da nicht nur die Verankerungstaste neu gesetzt wird, sondern die komplette Intervallstruktur des alten Tonsystems auf die neue Verankerungstaste verschoben wird. Hier wird also die Struktur des alten Tonsystems auf einen neuen Bezugston kopiert, welcher dann zum neuen Anker (oder Zentrum) wird.

Eine Veränderung der Verankerungstaste geht folgendermaßen vonstatten:

  • Der Computer merkt sich die Intervallstruktur des aktuellen Tonsystems, also das Intervall zwischen 1. und 2. Ton der FT, zwischen 1. und 3. Ton der FT. usw...
  • Der Parameter ’Verankerungstaste’ bekommt den in der Umstimmung angegebenen neuen Wert zugewiesen.
  • Die Frequenz, die im alten Tonsystem ertönen würde, wenn die neue Verankerungstaste gedrückt würde, wird als Frequenz des 1. Tons der neuen FT eingetragen.
  • Die Intervallstruktur des alten Tonsystems, die der Rechner sich gemerkt hat, bestimmt nun die Töne der neuen FT, unter Bezugnahme auf den neuen Grundton (=1. Ton) der FT. Somit erhält z.B. der 6. Ton der neuen FT die Frequenz, welche sich berechnet, wenn man die Frequenz der neuen Verankerungstaste mit dem Intervallfaktor multipliziert, den sich der Rechner als Intervall zwischen dem 1. und dem 6. Ton der alten FT gemerkt hat.

Am besten lässt sich dieser Vorgang an einem Beispiel erklären. Das Laufzeitmodul kann in einem Protokollfenster sowohl Tonsystemdaten als auch die Intervallrelationen zwischen den Tönen der Fundamentaltonleiter anzeigen. Man kann diesen Vorgang also am Bildschirm sehr gut verfolgen und nachvollziehen. Nehmen wir an, das aktuelle Tonsystem sei

INTERVALL  
    TerzGross = 5 : 4  
    TerzKlein = 6 : 5  
    Oktave    = 2 : 1  
TON  
    i = 440  
    j = i + TerzKlein  
    k = j + TerzGross  
    l = k + TerzKlein  
TONSYSTEM  
    Meier = 60 [i,j,k,l] Oktave

Die Abbildung zeigt die Frequenzen der Töne dieses Tonsystems:

PICT

Sie können anhand dieser Grafik auch die dem Tonsystem zugrunde liegende Intervallstruktur erkennen. Ausgehend von der Verankerungstaste, welche mit einer Frequenz von 440Hz belegt ist, gehen die drei Intervalle 6
5,3
2 und 9
5 aus. Deshalb lauten die Frequenzen der vier Töne der Fundamentaltonleiter 440Hz, 528Hz, 660Hz und 792Hz. Mit Hilfe des Periodenintervalls Oktave (2:1) ergeben sich die Frequenzen aller übrigen Tasten.

Nun soll die Verankerungstaste von ihrem alten Wert (= 60) auf den neuen Wert 61 angehoben werden, also4
UMSTIMMUNG  
    Schmitt = 61 [ ]

Wie sieht nun das neue, durch die Umstimmung „Schmitt“ entstandene Tonsystem aus?

PICT

Die Intervallstruktur wurde aus dem alten Tonsystem auf den neuen Ankerton übertragen. Dieses Prinzip liegt allen Veränderungen des Verankerungstones zugrunde.

Um die Intervallstruktur des Tonsystems bei einer Änderung der Verankerungstaste beizubehalten, ist es also meist notwendig, auch die Frequenzzuordnungen der Töne der Fundamentaltonleiter zu verändern. Wenn Sie eine solche Umstimmung durchführen, während eine oder mehrere Töne liegen, so muss deren Frequenz korrigiert werden5

Doch hier noch eine Randbemerkung: Bei Tonsystemen der Breite 1 hat eine Veränderung der Verankerungstaste keine hörbare Auswirkung. (Man überlege sich, warum!)

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Mittwoch, 29. März 2006, 13.51 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit