Programmier- und Bedienungshandbuch – Eine Anmerkung

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7.4.1.  Eine Anmerkung

Die hier vorgestellten Prinzipien einer Harmonieanalyse entstammen – wie unschwer zu erkennen ist – den Begriffen einer einfachen dur-moll-tonalen Harmonik. Wir denken jedoch, dass diese Harmonieanalyse von MUTABOR vielfältigere Verwendung finden kann, da hier praktisch alle möglichen Kombinationen liegender Tasten eine Aktion (z.B. Umstimmung) veranlassen können.

Oft taucht der Wunsch auf, Umstimmungen nicht nur von harmonischen – und somit momentanen – Ereignissen, sondern auch von melodischen Prinzipien auslösen zu können. Leider stellt dies zwei gravierende Probleme prinzipieller Art: einerseits ist die Live-Verwendbarkeit eine wichtige Fähigkeit von MUTABOR. Ob eine Umstimmung oder allgemeiner eine Aktion stattfinden soll, oder nicht, muss sofort, also nur unter Berücksichtigung vergangener und aktueller, nicht aber zukünftiger Ereignisse entschieden werden können. Melodische Strukturen benötigen leider meistens Entscheidungsstrukturen der Art „vor zwei Minuten hätte eine Umstimmung stattfinden sollen“. Das zweite Problem bei melodischen Auslösern ist, dass sie nur schwer in allgemeiner Weise als Programmiersprache formuliert werden können. Sie können jedoch sicher sein, dass wir an diesem Problem arbeiten. Für Ideen, Vorschläge oder Anregungen sind wir jederzeit dankbar.

Obwohl den meisten Beispielen ein zwölfstufiges Tonsystem zugrunde liegt, können Sie praktisch bei jeder beliebigen Breite für ein Tonsystem Harmonieerkennungen verwenden. Leider sind wegen der Struktur der Klaviatur z.B. 7-stufige Tonsysteme denkbar ungünstig zu spielen, so dass man meistens bestimmte Tasten stumm schaltet, wie in der Beispiellogik PENTA2 in Abschnitt 5.5.3 gezeigt wurde. Schön wäre es natürlich, wenn es eine MIDI-Klaviatur gäbe, die nicht auf die Zwölferstruktur festgelegt ist.

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Mittwoch, 29. März 2006, 13.51 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit