Programmier- und Bedienungshandbuch – Eine Randbemerkung

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7.5.1.  Eine Randbemerkung

Bitte beachten Sie beim Programmieren von eigenen mutierenden Stimmungen, dass das Laufzeitmodul von MUTABOR die Aktionsvorschriften nach jeder Veränderung des Klaviaturzustands durchgeht. Welche Konsequenzen dies hat, können Sie an dem Septimenbeispiel erfahren:

Aktivieren Sie die Logik „Mutierend“ und schlagen Sie c-b an. Es erklingt die Naturseptime. Wenn Sie nun das Intervall f-b anschlagen, so erwarten Sie eine nicht reine Quart, was auch im Sinne der Umstimmautomatik liegt, da ja nur bei einem einzelnen b wieder auf die normale Stimmung zurückgeschaltet werden soll. Und hier taucht nun ein prinzipielles Problem auf. Wenn Sie das Intervall f-b so anschlagen, dass zuerst das f und dann das b erklingt, so werden Sie das b als Naturseptime über c hören. Wenn Sie dasselbe Intervall aber in der Reihenfolge b, f anschlagen, so erklingt die Quart wieder rein.

Dieser Effekt resultiert aus der Tatsache, dass MUTABOR bei jeder Änderung des Klaviaturzustandes die Aktionseinträge durchgeht und eventuell umstimmt. Wenn Sie das b vor dem f anschlagen, so haben Sie für einen kurzen Moment den Zustand 10 vorliegen - und der führt laut Umstimmautomatik zur Umstimmung „Normal“. Solange Sie sehr langsam spielen, können Sie solche Seiteneffekte leicht kontrollieren. Wenn Sie aber mehrere Töne gleichzeitig anschlagen, so ist die Reihenfolge nicht mehr kontrollierbar. Programmieren Sie Ihre Logiken also möglichst so, dass solche als „Hauptmuster“ fehl gedeuteten „Übergangsmuster“ nicht auftreten können. (Falls Sie eine Lösung für dieses prinzipielle Problem haben, so schreiben Sie uns bitte!)

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Mittwoch, 29. März 2006, 13.51 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit