Im letzten Abschnitt haben Sie gesehen, dass matlab die ausgerechneten Ergebnisse immer in der Form ans = ... ausgibt. Dies ist die sogenannte Standardvariable (answer) in der alles gespeichert wird, wenn nichts anderes angegeben wurde. Allerdings wird diese mit jeder neu ausgeführten Rechenoperation wieder überschrieben. Das heißt, möchte man sich das Ergebnis einer Rechnung zwischenspeichern, ist dies nicht wirklich praktisch. Daher kann man selbst eigene Variabelen definieren in denen man seine Ergebnisse speichert mit denen später weiter gearbeitet werden kann.
Wie in Bild 1 kann man sich also beispielsweise eine Variable m definieren indem man im Command Window m = 8 eingibt. Sobald man diese Eingabe bestätigt wird im gleichen Fenster noch einmal m = 8 gezeigt. Dies würde sich mit einem Semikolon hinter der Eingabe verhindern lassen. Damit ist für matlab jetzt klar, dass die Varibale mit dem Namen m den Wert 8 hat, was sich auch im Workspace sehen lässt.
Nun kann damit weitergearbeitet werden und es könnte eine Varibale n definiert werden, wie in Bild 1. Mit der Eingabe n = m + 1 legt matlab die neue Variable mit dem Namen n an. Diese ist die Summe aus m und 1. Da m mit dem Wert 8 im Speicher belegt ist, erscheint n mit dem Wert 9 im Workspace. Damit hat man zwei eigene Variablen definiert und Zwischenergebnisse darin gespeichert. Nun könnte man m*n ausführen. Dabei erkennt matlab die Werte 8 und 9 für die beiden Variablen und rechnet das Ergebnis ans = 72 aus. Hierbei nutzt das Programm wieder die standardmäßige ans-Variable, da vom Nutzer keine vorgegeben wurde.

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Die Zuweisung erfolgt dabei immer über die gleiche Art und Weise. Mittels einem = wird die dem Programm signalisiert, dass es sich um eine Zuweisung handelt. Wichtig ist dabei, das auf der linken Seite die Variable steht, der man gerne einen Wert, einen Vektor, eine Matrix oder sonstiges zuordnen möchte. Auf der rechten Seite hingegen gibt man den Wert (Vektor,Matrix etc.) an den man zuordnen möchte.

Aber es gibt bei der Definition von Variablen noch weitere Besonderheiten. Vor allem ist es wichtig zu wissen, das matlab zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet. Das heißt die Variable a und A sind für das Programm zwei vollkommen verschiedene Dinge. Des Weiteren können die Namen aus mehr als einem Buchstaben bestehen. Beispielweise könnte man ihnen auch passende Bezeichnungen, wie Summe oder Differenz geben (Siehe Bild 2).

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Bei einigen Dingen ist jedoch Vorsicht geboten. Natürlich könnte man jetzt jede beliebige Kombination an Buchstaben als Variablennamen nehmen. Allerdings hat matlab auch einige vorgefertigte Abkürzungen, wie z.B. sin oder cos für das Rechnen mit den trigonometrischen Funktionen.
Daher sollte man aufpassen, dass man solche Abkürzungen nicht für sein Varibalen verwendet, da es so schnell zu ungewollten Fehlern kommen kann. Geben Sie im Command Window einmal cos(pi) ein und sie stellen fest, dass wie zu erwarten der Wert -1 in der ans-Variablen gespeichert wird. Definieren sie nun eine Variable cos. Beispielsweise cos = -1. Versuchen Sie jetzt erneut cos(pi) ausrechnen zu lassen, erhalten sie von matlab eine Fehlermeldung, dass dies nicht möglich sei. Dies liegt ganz einfach daran, dass die hauseigene Funktion durch die neue Variable ersetzt wurde. Solche Fehler lassen sich jedoch schnell beheben indem man die fehlerhafte Variable ganz einfach aus dem Workspace löscht oder im Command Window den Befehl clear "Name der Variable" eingibt. In diesem Falle also clear cos. Damit verschwindet die Varibale mit dem Namen cos und dem Wert -1 wieder aus dem Speicher und es lässt sich, wie zuvor cos(pi) = -1 in matlab errechnen.
Sollte man den Überblick verlieren oder möchte komplett neu anfangen, lassen sich mit dem Befehl clear all alle Variablen auf einmal löschen. Dieser kurze Einblick zeigt, dass man seine Variablennamen stets mit Bedacht wählen sollte. Dennoch kann man Variablen nicht nur mit einzelnen Zahlen belegen. Wie Sie weitere Objekte, wie Vektoren und Matrizen definieren erfahren Sie im nächsten Teilabschnitt.

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News

01. April 2015 | Grundversion verfügbar

Inhalt:

Marcus Bether, Michael Klöppel

Technische Umsetzung:

Marcus Bether, Michael Klöppel

Kontakt:

Jörg Wensch
E-Mail: