In diesem Teilabschnitt des vierten Kapitels sollen Sie etwas über die sogenannte formatierte Ausgabe lernen. Dabei geht es vor allem darum, den disp-Befehl, aufgrund von einigen Unzulänglichkeiten zu ersetzen und die Ausgabe noch benutzerfreundlicher zu gestalten. Wie sie festgestellt haben, ist der größte Nachteil vom Nutzen des disp-Befehl, dass man strings (Textausgaben) und Variablen immer nur in getrennten Zeilen nutzen, man aber beispielsweise keinen Fließtext schreiben kann. Das heißt man musste zunächst den Text und im Anschluss den Wert der Variablen ausgeben.
Mit dem neuen Befehl, den Sie in diesem Abschnitt kennenlernen, lässt sich dieses Problem ohne weiteres umgehen. Dieser lautet: fprintf('')
Zunächst einmal gilt es wieder den Syntax dieser Anweisung zu verstehen und alle wichtigen Details, die für seine Nutzung wichtig sind in Erfahrung zu bringen. Ähnlich wie beim disp-Befehl werden sämtliche Informationen, die man gerne ausgeben möchte zwischen die Hochkommas gesetzt. Das heißt es lässt sich, wie schon zuvor, ein Text schreiben. Damit hätte man aber letztlich nur dasselbe, wie bisher und keinen wirklichen Mehrgewinn. Das Gute am fprinft('') ist jedoch, dass wir in den Fließtext unsere Variablen einfließen lassen können, um somit eine schönere Ausgabe zu erreichen.
Die Frage ist natürlich, wie sich dies erreichen lässt. Dafür muss man in den gewünschten Text für die jeweilige Variable einen Platzhalter einsetzen. Dies lässt sich mittels dem Prozentzeichen realisieren. Für matlab reicht dies jedoch noch nicht aus, da man dem Programm auch noch die Information mitgeben muss, in welchem Format man die Variable gerne angezeigt hätte, was sich über unterschiedliche Kürzel realisieren lässt. Im folgenden Bild sehen Sie eine beispielhafte Eingabe im Command Window für so einen Fall.

Rechnen

Damit ist leicht zu sehen, dass sich die Variable a = 5 in den Text hat einbinden lassen. Dabei wurde, wie schon beschrieben, mit dem Prozentzeichen ein Platzhalter initialisiert. Mit dem Kürzel d haben wir dem Programm die Information gegeben, dass der Wert unserer Variablen als ganze Zahl ausgegeben werden soll. Der restliche Text wird einfach dazu geschrieben. Als letzten Schritt, um wirklich für den Platzhalter die gewünschten Wert zu haben, muss hinter dem Hochkomma ein Komma gesetzt und anschließend der Name der Variablen geschrieben werden. Damit kann matlab nun erkennen, dass für den ersten Platzhalter a gesetzt werden soll.
Dabei sollte darauf geachtet werden, dass so viele Variablen hinter dem Text stehen (jeweils durch ein Komma getrennt), wie Platzhalter darin vorkommen. Diese werden bei der Ausführung des Befehls abgelaufen und bekommen die gleichrangige Variable zugewiesen. Das heißt der erste Platzhalter wird durch die erstgenannte Variable ersetzt. Der zweite durch die zweite usw. Somit würde sich z.B. folgendes ergeben:

Rechnen

Nun lässt sich die Ausgabe der Variablen aber noch weiter verfeinern. Bisher haben wir nur mit dem Kürzel d für ganze Zahlen gearbeitet, wo eine feinere Einstellung noch nicht so wichtig ist, aber bei der späteren Verwendung bei z.B. Gleitkommazahlen dafür umso mehr. Es geht darum, dass man matlab angeben kann, wie viele Stellen die Zahl insgesamt einnehmen soll und wie viele Nachkommastellen es geben soll. Dafür setzt man vor das Kürzel für das Zahlenformat beispielsweise 4.2. Damit ergibt sich dann die folgende Ausgabe:

Rechnen

Da eine ganze Zahl keine Nachkommastellen hat, wird die zwei durch die Anzahl der angezeigten Zahlen ausgedrückt (in dem Fall eine 0 vor der 5 und der 6). Des Weiteren werden die 4 Stellen insgesamt dadurch zum Ausdruck, dass die Zahlen dargestellt werden z.B. 05 und alle übrigen Plätze werden durch ein Leerzeichen ausgedrückt. Das bedeutet also in diesem Fall werden noch zwei Leerzeichen vor die 05 eingefügt. Somit lässt sich ein beliebiges Format an Vor- und Nachkommastellen ausgeben bzw. es können Zahlen verschoben werden (Dies kann beispielsweise dafür genutzt werden unterschiedlich lange Zahlen auf eine optisch gleiche Länge zu bringen). Neben dem Kürzel d finden Sie in der untenstehenden Tabelle einige weitere Abkürzung für diverse Zahlenformate.
Ein Problem sollte Ihnen bei der ersten Arbeit mit dem fprintf-Befehl noch aufgefallen sein. Nutzt man ihn so erscheint das Zeichen >> für den nächsten Befehl hinter dem geschriebenen Text. Um dies zu ändern, benötigt man einen Zeilensprung. Dieser lässt sich mittels \n realisieren. Das heißt an der Stelle im Text, wo man einen Zeilensprung möchte, setzt man (innerhalb der Hochkommas) ein \n. Dies sieht dann wiefolgt aus:

Für spätere Aufgabe ist es wichtig zu verstehen, dass der fprintf-Befehl, wenn man ihn beispielsweise in einer Schleife nutzt (z.B. für das Erstellen von Tabellen), stets zeilenweise den Text erscheinen lässt. Es geht nicht einen Text spaltenweise zu erstellen, da man immer nur einen Zeilensprung (\n) aber keine Spaltensprünge machen kann. Zum Abschluss dieses Abschnitts können Sie die wichtigsten Elemente für die Gestaltung mit fprintf in einer kleinen Tabelle sehen.

Kürzel Bedeutung
%d Platzhalter für eine Variable mit Ausgabe als ganze Zahl.
%f Platzhalter für eine Variable mit Ausgabe als Gleitkommazahl.
%e Platzhalter für eine Variable mit Ausgabe in Exponentenschreibweise.
\n An dieser Stelle erfolgt ein Zeilensprung.


Nachdem Sie nun wissen, wie Sie einen Text in vielfältiger Weise ausgeben, erfahren Sie in den nächsten beiden Abschnitten etwas über das Darstellen von Funktionen in 2D und 3D.

News

01. April 2015 | Grundversion verfügbar

Inhalt:

Marcus Bether, Michael Klöppel

Technische Umsetzung:

Marcus Bether, Michael Klöppel

Kontakt:

Jörg Wensch
E-Mail: